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Published on Mart 25th, 2019 | by Avrupa Forum 3

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Bestellt und nicht abgeholt: Verdächtige Todesfälle auf den Balkanrouten – Harry R. Wilkens

Endlich findet man unter dem Titel “Vermisst, verscharrt, verdrängt: Todesfälle auf der Balkanroute” live und in den Mediatheken von insbesondere des BR und ARD, was wirklich auf der sogenannten Balkanroute geschah, auf der von Mitte 2013 bis März 2019 mindestens 170 Menschen ums Leben kamen, wobei die Dunkelziffer weitaus höher liegt. So zum Beispiel sind darin nicht die am 27. August 2015 auf der Ostautobahn A4 beim burgenländischen Parndorf in einem aus Ungarn kommenden ursprünglich slowakischen Kühllastwagen aufgefundenen elendig erstickten 71 “Geflüchteten” enthalten. Manche dieser schon stark verwesten Menschen jedes Alters aus Syrien, dem Irak, aus Afghanistan und dem Iran waren erst unterwegs in den LKW gelegt worden.

Es war in Kauf genommen worden, dass die meisten dieser bedauernswerten Menschen zu Tode kamen, da die Telefongespräche der darin verwickelten Schlepper “zu spät ausgewertet worden waren”, um den Tod vieler noch verhindern zu können… Aber sie kamen wie bestellt den Plänen der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel gelegen, die sich ja gerade auf der Westbalkankonferenz weiterhin profilieren konnte, die ausgerechnet die Flüchtlingskrise 2015 auf der Balkanroute zum Thema hatte. Ähnliche tragische Vorfälle waren auf der Mittelmeer-Route schon als völlig normal hingenommen worden…


Der Begriff “Balkanroute” wurde der Öffentlichkeit durch die große Flüchtlingsbewegung des Jahres 2015 bekannt und steht vor allem für die Ostbalkanroute, die im Schicksalsjahr 2015 etwa von Griechenland, Mazedonien, Serbien, Ungarn oder Kroatien bis nach Österreich verlief. Die Anzahl der Menschen auf der “Balkanroute” ist seitdem deutlich zurückgegangen. 2018 verlief die Route – diesmal als “Westbalkanroute” im Wesentlichen über Bosnien und Herzegowina in die EU-Länder Kroatien und Slowenien.

Die “Flüchtenden” der Balkanroute kommen naturgemäß, sofern sie überhaupt bis zur Ankunft in einem EU-Land überlebten und nicht erschossen wurden, erfroren, ertranken, von Zügen überrollt wurden, und – wie weiter oben angedeutet – grausam erstickten, sich umbrachten oder an unzureichende medizinischer Versorgung starben, vor allem aus Syrien, Irak, Iran, Afghanistan, Pakistan, Bangladesch, Somalia, Algerien, Marokko, Nigeria und Ländern Nord- und Schwarzafrikas, dessen Bürger leicht an türkische Visa herankommen oder von diesen befreit sind.

Sofern die Toten identifiziert werden, können teilweise Angehörige ermittelt werden, entweder durch die jeweilige Botschaft oder nationale Behörden. Können oder wollen sich die Angehörigen eine Überführung der Leiche leisten, werden Leichname in die Herkunftsländer zurückgebracht. Nicht immer ist dies möglich, denn Angehörige aus Kriegsgebieten, etwa Syrien, leben häufig selbst im Ausland. Viele Tote werden an Ort und Stelle beerdigt. Die Bestattungskosten übernehmen oft NGOs oder islamische Gemeinden in der Region. Zuvor befanden sich die Leichname teilweise monatelang in der Gerichtsmedizin oder in der Leichenhalle eines Krankenhauses… Sofern die Toten nicht identifiziert werden, setzt man sie in namenlosen Gräbern bei. Für Angehörige ist es dann extrem schwierig, ihre toten Familienmitglieder zu finden. Auch dann, wenn sie einen Todesort lokalisieren konnten. Zudem brauchen sie Geld und Einreisevisa und sind auf die Kooperation der Behörden angewiesen – zum Beispiel, wenn es um DNA-Proben geht. Manchmal wird die Suche von Angehörigen nach ihren Familienmitgliedern von den Behörden aus welchen Gründen auch immer behindert…

25.03.2019

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