Yazarlar

Published on Nisan 9th, 2019 | by Avrupa Forum 3

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Deutsch ist die Saar, deutsch immerdar – Harry R. Wilkens

Unter Angela Merkel gab und gibt es bemerkenswert viele Minister und andere Politiker aus dem Saarland und neuerdings die als Thronfolgerin gehandelte Annegret Kramp-Karrenbauer. Diese Nachgeborenen sind durchwegs nach dem “Reich” hin ausgerichtet, wie auch die meisten Politiker aus der Pfalz und Baden – allen voran Helmut Kohl und Wolfgang Schäuble, die kaum oder überhaupt nicht die Amtssprache ihres Nachbarstaates verstehen…

Übrigens: Zwar hatten schon am 27. Oktober 1956 Bonn und Paris das Saarabkommen abgeschlossen, demzufolge das Saarland zum 1. Januar 1957 der BRD beitreten sollte. Die wirtschaftliche Angliederung an Frankreich (mit frz. Franc und eigenen, gewichtsgleichen Saarland-Münzen, sowie mit eigenen Postwertzeichen in frz. Francs) bestand aber noch bis zum 5. Juli 1959, ebenso wie die Zollgrenze zur BRD…


Der frankophile saarländische Antifaschist Johannes Hoffmann (1890-1967), war für ein europäisches Saarland, und regierte einen solchen, seinen Idealen nahen unabhängigen Staat von 1947 bis 1955 als Ministerpräsident, bevor “Joho” 1956 nach Ablehnung der Europäisierung des Saarlandes zurücktrat… Damit wurde leider die Chance eines ersten europäischen Staates vertan, der auch die heutigen Brüsseler, Luxemburger und Straßburger Institutionen hätte beherbergen können… Aber dieses Kapitel wird in dem saarländischen Schulunterricht mindestens ebenso stiefmütterlich behandelt wie die Epoche des Kanzlers, der vor Adenauer an der Macht war.

In der Nacht vom 1. auf den 2. April wiederholte der ARD seine Doku “Der Stahlbaron”: Die Story der Saarländer Industriellendynastie Röchling, einschließlich der Verurteilungen in den Prozessen von Nürnberg und Raststatt der sich durch Zwangsarbeiter und Unterstützung des NS-Regimes bereicherten Firmenbosse. Der Kommentator dieser Doku meinte so treffend, dass sich die Alliierten bewusst waren, dass diese verurteilten Verbrecher zu mächtig waren – und noch sind…

Etwa zur gleichen Zeit wurden im ZDF in “heute+” saarländische Schüler gezeigt, die sich – fern aller Bundeswehreinsätze und anderer neokolonialistischer Bestrebungen – mit Afrika beschäftigen, diesmal mit dem Senegal, über den die jungen Saardeutschen Erstaunliches erfuhren: Staatssprache dort ist nicht Englisch – wie von den Schülern insgeheim erhofft und jenseits der Grenze mit ihren deutsch- und welschlothringischen Nachbarn fleißig praktiziert –, sondern leider Französisch.

In ihrem “Chat der Welten” sollen die Schüler mit typischen Stereotypen aufräumen, die sie über andere Länder haben. Im Live-Chat tauschen sie sich dann mit Schülern aus dem Senegal zu diesem Zwecke aus und erfahren zum Beispiel, dass auch im Senegal die erhofften exotischen Tiere, wie Löwen, Elefanten und Giraffen nur in touristischen Wildparks anzutreffen sind.

Aber eine schon aus der Traumschiff- und Traumstrandhotel-Welt altbekannte und beruhigende Gewissheit durfte nicht fehlen: auch in diesem westafrikanischen Land wird erstaunlich viel und gut deutsch gesprochen – und mehr sollte zu einem guten Verständnis nicht nötig sein, wie jeder Kellner in Antalya weiß…

Als gebürtiger westlicher Nachbar (Jahrgang 1945) des Saarlands – also aus der Pfalz – weiß ich natürlich, von was ich rede. Mein Pfälzerwald ist trotz Waldsterben das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands, und zusammen mit den elsässischen Nordvogesen Teil des grenzüberschreitenden Biosphärenreservates “Pfälzerwald-Vosges du Nord”. Experimente mit dem Waldboden könnten zum Pilzsterben führen und die Feinschmecker sauer machen. Deswegen sieht es nicht danach aus, dass die Gebete der Greta zwischen Rhein und Saar jemals erhört werden.

08.04.2019

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