Afrika

Published on Mayıs 3rd, 2019 | by Avrupa Forum 3

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Europas Bedrohung durch Sahelistan – Harry R. Wilkens

Die Bilder mittel- und südamerikanischer Migranten erinnern an den Marsch von Millionen Menschen nach Westeuropa. Zwischen den USA und Mexiko wird es vielleicht einmal eine über 3000 km lange Grenzbefestigung geben, mehr oder weniger leicht überwindbar, manchmal in Form einer überhohen Mauer, manchmal wie in Sahelistan in Form einer grünen bzw. steinigen Grenze ohne andere Hindernisse als Hitze, Schlangen und anderes Ungetier, darunter Menschen mit den verschiedensten Absichten.

Die nach Europa strebenden Afrikaner jeglicher Couleur haben es viel schwerer, schon alleine wenn sie die Horror-Route über das Mittelmeer nehmen oder es zumindest tun wollen. Allerdings gibt es Hindernisse, die uns erschaudern und wütend werden lassen: die eingangs erwähnten menschlichen Raubtiere, die unter diesen geschwächten Menschenscharen auf Opfer lauern….


In manchen europäischen Ländern leben schon Dutzende von sexuell verstümmelten und auch fast Ehrenmorden zum Opfer gefallenen Frauen, die diesen Horror bezeugen können. Und einige sind dem Kindertourismus entkommen. Anstatt in die Schule, kommen viele Mädchen in die Sklaverei. Und diese armen Länder sind ausgerechnet diejenigen, in denen die unter anderem die furchtbare gesichtsentstellende Krankheit Noma wütet. Mutige Leser mögen bitte unter www.sentinelles.org der gleichnamigen dreisprachigen Zweimonatsschrift nachsehen, die man für nur 20 CHF abonnieren kann. In diesen Ländern ist der Salafismus und Dschihadismus viel verbreiteter – auch geographisch – als im Nahen und Mittleren Osten, und zwar schon seit lange vor der Kolonisationszeit. Besonders in Sahelistan kennt der Islam zwei Formen: den traditionellen Islam und den toleranten Soufismus, der sogar eine Trennung von Religion und Staat zulässt…

Nicolas Sarkozy, angestachelt durch seinen Hofdenker BHL (Bernard-Henri-Lévy) destabilisierte diese Region 2011 durch Auslösung des Libyen-Krieges. Sogar Marokko wurde dadurch und durch nachfolgende militärische Interventionen – auch unter Mitwirkung der Bundeswehr – gefährdet. Westliche Touristinnen fallen der Vergewaltigung und Enthauptung durch selbsternannte “Gotteskrieger” zum Opfer… Französische, deutsche und sogar amerikanische Soldaten werden vor allem in Mali und Niger gesichtet, allerdings auch IS- und Al-Qaida-Milizen…

Karte der Sahelzone

Verhandlungen mit Libyen, Marokko, Mali, Niger und anderen Staaten – auch in Schwarzafrika – bezwecken eine Behinderung und womöglich Rücknahme von Flüchtenden. Inzwischen kennen wir all die schrecklichen Bilder der “Aufnahmelager” und Gefängnisse in Libyen… Die Radikalisierung der Muslime in einem mehr als 7000 km langen Sahel-Streifen vom Atlantik bis zum Indischen Ozean – also von Mauretanien, Mali, Niger, Tschad bis hin zum Sudan, mit angrenzenden Gebieten des Senegals, Nigerias, Burkina Fasos, Äthiopiens, Eritreas, Dschibutis und Somalias, fing faktisch seit “911” an, also seit dem 11. September 2001.

Anfangs waren auch hier fake news im Spiel, d.h. angebliche Massaker von Frauen und Kindern in der Sahelzone. Verglichen mit den Opfern durch angeblichen islamistischen Terrorismus gibt es in Sahelistan wesentlich mehr Tote wegen der gesundheitlichen Mißstände, wie wir schon zu Anfang sahen…

Das in dieser rauen Gegend seit Jahrhunderten herrschende Banditentum wurde jedoch in den letzten Jahren infolge der Fluchtbewegungen nach Norden bis an die libysche Mittelmeerküste exportiert – und von dort auf Schlepperwegen bis nach Malta und Süditalien und ins übrige Europa, ähnlich der süditalienischen Mafia.

Aber im Westen hört man meist nur von Entführungen westlicher Staatsbürger.  Und dies schon seit vor “911”. So z.B. löste die Entführung durch die Polisario-Front von Mauretanien einiger Ingenieure der Mine von Zuerat eine militärische Intervention Frankreichs von Dezember 1977 bis Juli 1978 aus. Auch kam die Bundeskanzlerin Angela Merkel am 1. Mai in Ouagadougou (Burkina Faso), an, wo sie eine Mini-Sahel-Tournee begann, die sie auch für ganze zwei Stunden zu den deutschen Truppen in Mali und dann in den Niger führte.

Welch ein Zufall, dass dieser Besuch mit dem Sondergipfel G5 Sahel zusammenfiel, an dem die Präsidenten Malis, Nigers und des Tschad unter dem diesjährigen Vorsitz von Burkino Faso teilnahmen und sich auf des deutschen Steuerzahlers Millionen gegen “Terrorismubekämpfung” und Ähnliches mehr freuten.. Kritiken an Deutschlands Waffenlieferungen an die Gegenseite und andere Vorwürfe prallten an der eiskalten Teflon-Kanzlerin ab…

Die diversen terroristischen Organisationen, die jetzt vom Süden Libyens aus gesteuert werden, also Boko Haram (Nigeria), AQIM/Al-Qaeda in the Islamic Maghreb (Mali), Shebab (Somalia) und MUJAO (Mauretanien) brachten es bisher noch nicht zu Attentaten im westlichen Ausland. Allerdings erschien Ende April 2019 in einem Propagandavideo zum ersten Mal seit fünf Jahren in Vollbarttracht der IS-Chef Abou Bakr al-Baghdadi. Da er darin die Oster-Attentate gegen Kirchen und Hotels in Sri Lanka erwähnt, ist das Video aktuell und könnte egal wo aufgenommen wordcn sein, sogar in Sahelistan. Die angekündigte Rache für die Auslöschung des restlichen IS-“Kalifats” kann überall erfolgen, nicht nur in Asien…

03.05.2019

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