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Published on Mayıs 13th, 2020 | by Avrupa Forum 1

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Warum Deutschland wieder nationalfaschistisch wird – Harry R. Wilkens

Was ist in diesen letzten Monaten passiert? Nun, es wurde das Kriegsende vom 8. Mai 1945 gefeiert, das in Bundesdeutschland schließlich doch noch kein Feiertag wurde…. Mit oft haarsträubenden “Zeitzeugen”-Aussagen in den diesbezüglichen TV-Dokus. Wie die alte Oma, die sich an russische “Untermenschen” erinnerte. Eine andere Oma bzw. Uroma aus dem grenznahen Baden scheint der – erwarteten – Schändung durch den bösen Franzoos nur dadurch entgangen zu sein, weil ihre Mutter ein französisches Weihnachts- oder Volkslied anstimmte, das einen der Poilus zu Tränen rührte. Tipp für deutsche Frauen, um nicht vom z.B. bösen Franzoos, Marokkaner, Russ usw. vergewaltigt zu werden: einfach ein paar nette Worte in der jeweiligen Landes- oder zumindest Verkehrssprache sagen! Allerding lag dies nicht im Interesse des NS-Bildungssystems…

In einer TV-Doku nach einer wahren Geschichte wurde ein immer noch zum Führer haltender 16-Jähriger von den Amerikanern noch zwei Jahre nach Kriegsende wegen Werwolf-Verdacht standrechtlich erschossen. Schade, dass das der Reichskanzler nicht mehr erfahren konnte! Aber solche Jünglinge habe ich selber noch kennengelernt, denn es gab sie noch in den 50er Jahren, sogar in meiner in der Französischen Zone liegenden Geburts- und französisch-amerikanischen Garnisonsstadt Kaiserslautern – von den GIs “K-Town” genannt.

Dort hatten wir ein französisches Kino fast mitten in der Stadt. Und wenn ich reinging (man brauchte nur mit französischen Francs bezahlen), murrte der gegenüber wohnende Vater eines von einer skandinavischen Mutter zweisprachig erzogenen Gleichaltrigen. “Da geht der Wilkens wieder in das blöde französische Kino! – Aber dadurch war ich ebenfalls zweisprachig, und genauso trieben ich und andere Clevere es mit den Amerikanern. Die anderen mussten auf dem Betzenberg den Fußballern zusehen…

Natürlich gab es Ausnahmen. Als der eine Sohn des nicht wirklich frankophilen deutschnationalen “Pfälzers” und Bundeskanzlers Helmut Kohl in der Türkei heiratete, erinnerten sich manche Deutsche daran, dass ja viele Deutsche, Juden oder nicht, während der Hitlerzeit in der Türkei Zuflucht fanden… Und aus unerklärlichen Gründen rief mir in der Innenstadt ein einheimischer Zwanziger, der vielleicht noch NS-Pimpf gewesen war, von seinem Liefermoped aus hinterher: “Alter Judd!” – Warum wohl? Sicherlich weil er wusste, dass ich manchmal für jüdische Barbetreiber als “Schickjingl” arbeitete und dabei mein Jiddisch aufpolierte…

Kaiserslauterer Synagoge

In K-Town war 1938 die Synagoge dem Erdboden gleichgemacht worden. Es gab keine Spur mehr von ihr, keinerlei Erwähnung. Allerdings ein anonymes zeitgenössisches Kurzfilmchen mit einer adretten jungen Frau drin, die schadenfroh lächelnd dem damaligen Abriss zusieht – dank Google leicht zu finden. Das machte mir Angst. Auch, dass Meinungspäpste und Politiker schamlos zugaben, dass am 8. Mai für sie die Welt untergegangen war. Nicht nur für die späteren Bundeskanzler Helmut Kohl und Helmut Schmidt, sondern auch für den “linken” Waffen-SSler Günter Grass. Sogar Willy Brandt musste in seiner Zeit als Außenminister und Bundeskanzler den von Altkanzler Adenauer eingeschleusten ehemaligen NS-Bonzen entgegenkommen.

Meine Kindheit wurde von Überlebenden der Vernichtungs- und Konzentrationslager geprägt. Ich machte mir ihre Überlebensstrategien zu eigen. Dadurch überlebte ich viele gefährliche Situationen, auch einen bösartigen Krebs im Sommer 2014. Da ich als ausgezeichneter Kenner des Deutschtums gelten kann, wundere ich mich über Ausländer, Passdeutsche und sonstige naive Zeitgenossen – vor allem die mit der “Gnade der späten Geburt” –, die ernsthaft glauben, die deutsche Seele dank des Münchner Oktoberfestes zu kennen, und sogar dazu zu gehören, wenn sie sich für viel Geld als “Deutsche” verkleiden. Vielleicht beherrschen sie auch die Kunst des Schunkelns, Grillens und andere deutsche Künste, aber trotzdem bleiben sie für die “richtigen” Deutschen nur eine Lachnummer, vor allem für den deutschen Stamm der Urbayern… Unglaublich, dass jetzt die Schweiz als Rückzugsort für deutsche Neonazis gilt!

Schweiz – Rückzugsort deutscher Neonazis

Ein in Schwaben geborener schwäbelnder deutscher Politiker “mit türkischen Wurzeln” verwendet bei jeder sich bietender Gelegenheit die Floskeln “Wir Deutsche” und “Uns Deutsche(n)”. Trotzdem ist er keine Lachnummer, sondern bitterer Ernst. Zwar werden die jetzt durchwegs über 90 Jahre alten Überlebenden der – für die einen – Niederlage und – für die anderen – Befreiung vom unmenschlichen Nazismus, bald verschwunden sein, aber leider nicht der unheilvolle Konsens des deutschen “Wir”-Gefühls, zu dem auch die Kollektivschuld und der Sünden- und Sühnestolz gehören. Jetzt gepaart mit dem “europäischen” internationalen Corona-Hype. Solche deutschnationalen Worthülsen konnte man bis zum Erbrechen von den deutschen Politikern zum 8. Mai 2020 hören. Die Weltpandemie wird also schamlos von Politikern sowie Bio- und sonstigen Deutschen missbraucht.

Wenn die Deutschen sich wieder als – leicht beeinflussbare – Volks- und Schicksalsgemeinschaft fühlen und wieder den politischen Scheisshausparolen folgen, zittert der Franzoos, der Polack und der Russ. Und natürlich der stets wachsame Jud… Angebliche Freunde werden wieder zu Erbfeinden. So ähnlich besorgt äußerte sich auch der feinfühlige luxemburgische Außenminister Jean Asselborn anlässlich des 8. Mai und der deutschen Grenzschließungen – auch in durch die Staatsgrenze geteilten oft gleichnamigen Ortschaften gleichen deutschen Dialekts. Die deutsche Aggressionslust liegt in der Luft….

Dem schon bestehenden und in großen Teilen durchaus echten Narrativ des deutschen, vor allem adligen und militärischen Widerstandes, wird ein neues, erdichtetes und politisch korrektes Narrativ hinzugefügt, darunter die TV-Serie “Das Boot” –  ein Abklatsch des gleichnamigen auf einem Erfolgsroman basierenden Erfolgsfilms, befremdlich aufgrund des jetzigen erstarkenden Neonazismus allerorten.

Der dem Kenner Angst und Bange machende neue, alte deutsche Konsens ist das Streben nach Macht. Seit dem Anschluss der DDR, oder gar schon seit dem Mauerfall geht dies so. Es begann im Balkan und endete vorerst in der Sahelzone… Da die Westalliierten nicht mehr aufpassen, könnte sich in Afrika eine unheilbringende Allianz mit China anbahnen. Schon im Zweiten Weltkrieg kooperierte Deutschland mit einer fernöstlichen Macht: Japan. Wo sich die Türkei situiert – das ist noch zu früh, vorherzusagen, und hängt auch davon ab, ob Erdoğan und Merkel weiter an der Macht bleiben…

Einstweilen üben sich die Deutschen auch im militärischen gendergerechten Neusprech. Das sieht ganz harmlos aus. Es heisst jetzt:”Soldatinnen und Soldaten”. Schlicht und einfach “Bundeswehrangehörige” zu sagen, ist politisch unkorrekt – warum eigentlich? Auch klingt das bis 2019 gebräuchliche “jüdische Mitbürger und Mitbürgerinnen” oder “jüdische Menschen” irgendwie menschlicher als das jetzt von Berlin aufgezwungene “Jüdinnen und Juden”. Was hätte nur der Führer dazu gesagt?

13.05.2020

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